Artikel: Das Herz schlägt weiter in 2. Generation
Das Herz schlägt weiter in 2. Generation
Nach Jahrzehnten unter der Führung von Pius und Yolanda Fuchs hat 1999 die nächste Generation das Ruder übernommen: Philipp Fuchs führt den Betrieb gemeinsam mit seiner Frau Sandra weiter. Beide prägen seither mit viel Engagement, handwerklicher Kontinuität und frischen Ideen den Alltag in der Backstube und im Laden. Im Interview spricht Philipp über seine Wurzeln im elterlichen Betrieb, über Werte, Wandel und darüber, warum echtes Brot heute wichtiger ist denn je.

Was war als Kind oder Jugendlicher dein erster Job im Betrieb?
Als Kind habe ich es geliebt, mit Papi und den Bäckern zu frühstü- cken. Später durfte ich beim Teigmachen mithelfen, Brotteige in die Maschine geben oder Nussgipfel rollen. An hektischen Tagen habe ich im Kaffee sogar beim Abwasch ausgeholfen.
Wie hast du die Übergabe von deinem Vater erlebt? Gab es etwas, das dir besonders wichtig war, beizubehalten?
Ganz klar die Philosophie, alles von Grund auf selbst herzustellen. Das Geschäft lief gut, und ich hatte keinen Grund, alles auf den Kopf zu stellen. Auch traditionelle Rezepte wie die Matterhörnli oder unsere Nussfüllung waren für mich gesetzt. Die wollte ich unbedingt beibehalten.
Was war die grösste Herausforderung, als du offiziell die Geschäftsführung übernommen hast?
Wahrscheinlich die veränderte Rolle. Ich war plötzlich nicht mehr Kollege, sondern Chef. Ich musste mir bei den damaligen Mitarbeitenden erst einmal Vertrauen erarbeiten. Auch gegenüber unseren Hotel- und Restaurantkunden musste ich mich neu beweisen.
Du stehst selbst in der Backstube. Was bedeutet dir dieses Handwerk?
Etwas Neues zu kreieren und auszuprobieren macht mir nach wie vor grosse Freude. Wenn ein neues Produkt gelingt und den Kundinnen und Kunden ein Lächeln ins Gesicht zaubert, ist das ein richtig schöner Moment. Und wenn man ein duftendes, knuspriges Brot aus dem Ofen holt, das Resultat der Arbeit sieht, dann ist das jedes Mal aufs Neue befriedigend.
Was macht für dich ein gutes Brot aus?
Ein Brot braucht keine 20 Zutaten. Drei bis vier reichen, dazu ein dunkles, geschmackvolles Mehl, eine lange Triebführung und eine kräftige, gut gebackene Kruste. Aber auch das Gegenteil finde ich spannend. Neue Zutaten, ausgefallene Kombinationen. Hauptsache, es ergibt ein stimmiges Ganzes.
Wenn du auf 60 Jahre Bäckerei Fuchs zurückblickst, worauf bist du besonders stolz?
Darauf, dass wir uns stetig weiterentwickelt und den Gegebenheiten angepasst haben, ohne uns zu verbiegen. Und auf den Zusammenhalt in unserer Familie. Der war und ist gross. Das spürt man auch im Betrieb.
7. Was denkst du: Was würde dein Vater heute sagen, wenn er euch morgens in der Backstube beobachtet?
Ich glaube, er wäre stolz und würde gleichzeitig über die vielen Veränderungen staunen. Er würde mir wohl auch sagen, was wir noch besser machen könnten. (lacht)
Die gesamte Jubiläumsgeschichte der Bäckerei Fuchs inklusive ein spannender Rückblick von Pius Fuchs kannst du in der aktuellen Ausgabe der Brotzeitung nachlesen. Verfügbar in unseren Filialen oder auch online.
